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nd wer die Berge und all
ihre faszinierenden Ele-
mente von Kindesbeinen an in sich
aufgenommen hat, wird früher
oder später nicht nur Skifahren,
sondern auch der Sehnsucht verfal-
len, sich mit einem Boot ihren
Gewässern anzuvertrauen – natur-
bezogen, erlebnisorientiert, sport-
lich. So einer ist Günter Schröter.
Ich bin rein über meine Eltern
zum Bergsteigen gekommen und
schon als Kleinkind skigelaufen“,
erzählt der gebürtige Münchner,
der in der Nähe des Ammersees
aufwuchs und sich so später eben-
falls für das Paddeln zu begeistern
begann. „Das Kajakfahren hat mir
großen Spaß gemacht; ich habe
trainiert und bin in dem Bereich
auch Rennen gefahren. Eine Zeit-
lang gehörte ich sogar der Natio-
nalmannschaft Wildwasser an und
war in Deutschland immer unter
den besten zehn, aber die ganz gro-
ßen Titel habe ich nicht gewon-
nen“, meint Schröter bescheiden,
doch auch sein 12. Platz bei der WM
1983
ist sicher ein toller Achtungs-
erfolg.
Der Weg ins Allgäu
Wegen des Kajaksports kam
Günter Schröter dann im Rahmen
seines Dienstes bei der Bundeswehr
zur Sportfördergruppe ins Allgäu.
Während meiner Bundeswehrzeit
habe ich meine Frau, eine Oberst-
dorferin, kennengelernt, und das
lustigerweise nicht in Oberstdorf
oder Umgebung, sondern beim
Surfen am Gardasee. Sportlich
gesehen kommt sie vom Surfen
und natürlich vom Skifahren, aber
auch Bergtouren hat sie von klein
auf unternommen und kennt alle
heimischen Berge. Das Kajakfahren
hat sie dann mit mir kennen-
gelernt“, erzählt der Wassersport-
ler und Skifahrer aus Passion, der
seine Hobbys zum zweiten Beruf
machen konnte, und das selbstver-
ständlich auf einem soliden
Fundament:
Hier im Allgäu habe ich den
Einstieg zum Profiskilehrer im Be-
reich Langlauf und Ski alpin vollzo-
gen und bin auch im Ausbildungs-
team der Bundeswehr gewesen.
Zeitgleich mit der Skilehrerausbil-
dung konnte ich die Trainerausbil-
dung im Wildwasser absolvieren
und habe an der Trainerakademie
in Köln studiert, sodass ich seit 1983
auch Diplom-Trainer bin“, erklärt er
nicht ohne Stolz, und so stand dem
Wunsch, eine eigene Wildwasser-
schule zu leiten, nichts im Wege:
Die Idee dazu ist mir schon früh
gekommen, und da es etwas unsi-
cher war, ob ich von der Bundes-
wehr übernommen werden würde,
habe ich diesen Wunsch in die Tat
umgesetzt. Als ich dann doch
Berufssoldat wurde, hat meine Frau
die Schule weitergeführt“, schildert
Schröter seine damalige Entschei-
dung und meint etwas nachdenk-
lich: „Jetzt bin ich seit November
2011
nicht mehr bei der Bundes-
wehr, also im Ruhestand; das erfor-
derte schon eine gewisse Umorien-
tierung. Es ist ein ganz neuer
Lebensabschnitt, der aber bisher
ganz gut gelaufen ist und mir
unheimlich viel Spaß macht. So war
ich dieses Jahr den ersten Winter
fast jeden Tag auf den Skiern, und
ich freue mich schon auf den
Sommer, wo ich dann wieder ganz
für die Wildwasserschule da sein
kann!“
Daheim auf dem Wasser
Das Programm seiner Sport-
schule umfasst ein großes Spek-
trum, sodass eigentlich für jeden
etwas dabei ist – ob Anfänger oder
Fortgeschrittener. „In der Kajak-
schule bieten wir vornehmlich
Kajak- und Kanadierschulungen an,
und das von der Basis bis zum
Wildwasser“, führt Schröter aus
und kann darüber hinaus ergänzen:
Wir haben auch das Rafting mit
Schlauchbooten im Angebot. All
das geht bis zu einem gewissen
Grad im Allgäu und hängt etwas
von der Regenmenge und der
Auf Skitour an der Hütte am Roßbichl/Nesselwang (kl. Bild); Günter Schröters
Lieblingsplatz am Seealpsee mit seiner jüngsten Tochter und seiner Frau (Bild rechts);