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ie Tage werden merklich
kürzer, doch die Wärme
vom Sommer liegt noch wie ein
Mantel aus Wasserdampf über der
Landschaft. Durch die Kühle der
Nacht kondensiert der Dampf und
legt sich als leichter Nebel über
Seen, Weiher und Bäche und als
Tau wie ein silbernes Tuch über
Wiesen, Bäume und Büsche. Tau ist
die sanfteste Variante des Nie-der-
schlages und besonders nach
feuchten, windstillen Nächten sind
die Wassertropfen prall und
schwer.
Gebadet und geduscht
Von Feuchtwiesen und Mooren
kennt man diese Erscheinungen
seit dem Frühjahr, da die stetige
Feuchtigkeit immer dem Wechsel
von Wärme und Kälte ausgesetzt
ist. Jetzt erwachen Blumen jeden
Morgen frischgebadet und Insekten
sehen aus wie gerade geduscht!
Kleine und größere Tautropfen
überziehen die kleinen Krabbler
Glitzerwelt aus Tau
Perlen der Natur
Die Sonne bringt es an
den Tag! Im ersten
zarten Licht erwacht der
Morgen in einer
Glitzerwelt aus
unzähligen
Wassertropfen,
bunt funkeln Sterne
zwischen den Gräsern
und jedes Spinnennetz
trägt kostbare Perlen.
Für kurze Zeit verzaubert
das Nass der Erde alles
in eine Märchenwelt!
und machen sie noch bewegungs-
unfähig. Ruhig sitzen und warten
sie, bis die Sonne die Tröpfchen
langsam auflöst.
Für viele Libellen, Fliegen, Käfer
und Schmetterlinge sind dies die
letzten Tage und so manches Insekt
erlebt den neuen Tag schon nicht
mehr. Wer früh morgens hinaus in
die Natur geht, kann aber noch so
manch kleines Wunder sehen!
Da sitzen taubenetzt Bläulinge
kopfunter an Halmen, glitzernde
Libellen erwarten noch starr und
steif die wärmende Sonne und
jedes Gras, jedes Blatt und jede
Blume trägt einen nassen Perlen-
schmuck. Einen Halm weiter ruht
eine Raupe und kleinste Tautropfen
haben sich in ihrem haarigen Kleid
verfangen; irgendwie sieht sie aus
wie eine lebende Bürste! Sie wird
eine Weile brauchen, bis alles
abtrocknet, denn Raupen mögen
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nicht gerne nass! Auch die zarte-
sten Gräser tragen den nassen
Schmuck und neigen sich oft
schwer unter dieser perlenden Last.