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m 3. Mai 1822 wurde die neu
errichtete hölzerne Kapelle
in Kniebis durch den Franziskaner
Ardemius Euchinger aus Füssen
nach einer ausführlichen Predigt
geweiht, wie uns der Chronist
Ulrich Mehrl zu berichten weiß.
Zuvor war man in einer feier-
lichen Prozession mit Kreuz und
Fahnen von der Pfarrkirche St.
Michael in Bayerniederhofen zum
kleinen Gotteshaus nach Kniebis
gezogen. 1888 wurde die Kapelle im
neugotischen Stil in Stein neu
errichtet. Heute zeigt sich das frisch
renovierte Gebäude in neuem
Glanz.
Das Innere der Kapelle
Der Altar selbst dürfte noch aus
dem ausgehenden 17. Jahrhundert
stammen. Vermutlich stand er
ursprünglich in einer anderen
Kapelle und kam erst später hier-
her. In der Mitte ist ein Bild mit dem
hl. Magnus, im Auszug ein kleines
Rundmedaillon mit Gottvater. Der
ausführende Künstler der beiden
Gemälde ist nicht bekannt. Das
Hauptbild zeigt den hl Magnus im
typischen Ordensgewand der Be-
nediktiner mit Kreuz und Magnus-
stab. Die beiden Hände des Gottes-
mannes sind im Vergleich zu sei-
nem Kopf und seinen Körper zu
große geraten. Vermutlich ent-
stand es in einer bäuerlichen Stube.
Unter seiner Rechten blickt ein
Drache nach oben.
Auf der anderen Bildseite ist die
Tötung des Drachens nahe der
Tiefentalschlucht bei Roßhaupten
zu sehen. Man kann den Tiefental-
bach eine Brücke und den Lech
erkennen. Damals gab es noch kei-
nen Forggensee. Oben links sind ein
Das Altarblatt in der Kapelle zeigt
den heiligen Magnus mit Stab
und Drachen (Bild links außen);
die Magnuskapelle in Kniebis im
Ostallgäu bei Halblech (Bild Mitte);
das Vortragekreuz in Kniebis
(
Bild rechts);