S
chauen Sie sich einfach ein
bisschen um,“ sagten die bei-
den, „wir kochen inzwischen
Kaffee.“
Nein, ich erkläre nichts...“
Und da stand ich nun: Das heißt
ich betrachtete die Bilder von
Carina Streng und Rolando Vázquez
Hernández, die mir Eindrücke aus
Kuba und Ghana vor Augen führ-
ten. Dazwischen öffnete sich aber
auch der Blick auf die Heimat von
Carina Streng und ließ mich in Ge-
danken an der fränkischen Wein-
lese in Sommerach bei Würzburg
teilnehmen .
Nein, ich erkläre Ihnen nichts“,
hörte ich auf einmal Rolando Váz-
quez Hernández hinter mir sagen,“
der wohl bemerkt hatte, dass ich
gerade dabei war, ein wenig „hin-
ter“ das Dargestellte zu blicken. Ja,
ich sah Fischer in Ghana, die ihre
Netze flickten, ich sah Menschen
am kubanischen Strand, aber es
war bestimmt weder die Absicht
der Künstler eine einfache Behau-
sung in Afrika zu zeigen noch die
Lust zu wecken, sich in das glaskla-
re Wasser am kubanischen Strand
zu stürzen. Aber das wollte ich die
beiden später fragen.
Zunächst war ich beeindruckt
von der Intensität der Farben und
die beeindruckte mich bei allen Bil-
dern, die ich inzwischen betrachtet
hatte. Die erste Gemeinsamkeit al-
so! Doch eine ganze Reihe weiterer
Gemeinsamkeiten erfuhr ich nun
im Gespräch. Beiden wurde näm-
lich – sprichwörtlich gesehen – die
Freude am Malen und an künstleri-
schen Betätigungen „in die Wiege
gelegt“.
Als Kind wollte ich gerne Töp-
ferin werden“, erzählte mir Carina
Streng, „doch nach der Prüfung für
die Mittlere Reife begann ich zu-
nächst in Würzburg eine Ausbil-
dung zur Arzthelferin .“
Der Jugendtraum – mit der
künstlerischen Betätigung im Mit-
telpunkt – war aber immer noch
lebendig. „Deshalb meldete ich
mich in Schweinfurt für das Bay-
ernkolleg an, machte das Abitur
und studierte im Anschluss daran
Kunstgeschichte, sowie Kunst- und
Schulpädagogik.“
Zwischen Kuba und Ghana
Aber warum Bilder aus Ghana?
Carina Streng arbeitete während
ihres Studiums an zahlreichen
Projekten mit, ob in einem Kunst-
atelier für Flüchtlingskinder, bei
einem Wandmalereiprojekt für
Kinder in Indien oder als Kunstleh-
rerin
bei
Baobab
Children
Foundation“ in Ghana. Heute un-
terrichtet sie an der Fachakademie
für Sozialpädagogik in Kempten.
Und Rolando Vázquez Hernán-
dez? „Ich bin in Kuba geboren und
kam 2003 nach Deutschland“,
erzählte er mir „und wie Carina
male ich solange ich denken kann.
Nicht weit von unserer Wohnung
lebte ein Künstler, zu dem ich
immer kommen durfte um zu ma-
len und sogar um zu schnitzen. Von
ihm bekam ich auch Farben, denn
so etwas war beinahe eine Rarität.
Lediglich im staatlichen Kunsthaus
gab es so etwas. Doch dort durfte
man nicht das malen, was man
gerne wollte…“
Doch trotz seiner Liebe zur
Malerei war das kein Berufsziel mit
Zukunftsaussichten“. „Und so
wurde ich zunächst einmal Koch.“
Die Malerei legte er jedoch nicht
beiseite – nicht in Kuba und erst
recht nicht in Deutschland, auch
wenn er inzwischen eine Ausbil-
dung als Altenpfleger abgeschlos-
sen hat.
Aussage ohne Botschaft
Wir malen einfach, womit wir
uns selber beschäftigen!“ sagte
Carina Streng und ich erkannte in
Der Berg – letztes Mal“ von Carina Streng